Fundstück der Woche: Geile Weine

Ich habe diese Woche applaudiert. Aber so richtig. Denn ich bin ja viel auf Facebook unterwegs und das meistens beruflich. Dabei sehe ich viele schlimme Dinge jeden Tag. Wahllose Links, verwackelte Fotos und ganz, ganz viele Ausrufezeichen!!!!111!!!elf. Aus professioneller Sicht gibt es also mehr Freud als Leid auf deutschen Social Media-Plattformen. Doch dann sah ich GEILE WEINE auf Facebook.

 

Nur kurz vorweg: Ich bin kein Weintrinker und kann den drei Euro Wein vom Aldi nicht von einem 1986er Spät-Mourmant-de-la-Chanson-d'Eurovision unterscheiden. Einziges Bewertungskriterium: Is' dat Moped süffig oder schmeckt dat nach fermentierter Schuhsohle. Mehr kann man glaube ich nicht in Sachen weinbezogene Weltgewandtheit erwarten, wenn man wie ich in Mönchengladbach geboren und aufgewachsen ist. Also ganz klar: Master Sommelier werde ich nicht. (Master Sommelier ist übrigens ein Ding. Da habe ich letztens eine Doku auf Netflix zu gesehen. Krasse Typen).

 

Nachdem ich auf GEILE WEINE gestoßen bin, habe plötzlich doch in Erwägung gezogen, eins von diesen eloquenten Weinkenner-Mädchen zu werden. Denn der Auftritt von GEILE WEINE ist einfach nur genial. Artwork: Super ansprechend. Inhalte: Persönlich, amüsant und informativ. Usability: Fließend und ich hatte zu keinem Moment das Gefühl, dass ich den Kauf abbrechen möchte. Warte. Moment. Kauf? Und dann war es auch schon passiert. Ich weiß leider selber nicht ganz, wie ich plötzlich in den Checkout gelangt bin - aber ich werde in den nächsten Tagen stolze Besitzerin eines Weinprobesets für schlappe 61 Euro sein. Falls es euch also beruhigt, das passiert auch Marketingprofis wie mir. (Oder soll ich sagen, BESONDERS Marketing-Profis wie mir?)

 

Kennt ihr das, wenn etwas so toll aussieht und man eigentlich nur mal reinschauen möchte und eine halbe Stunde später seid ihr Besitzer von irgendwas, das voll unsinnig ist? Irgendwie habe ich nämlich das Gefühl, dass ich den Wert dieser geilen Weine nicht erkennen werde. Vielleicht mache ich dem Paketboten extra nicht die Tür auf und lasse das Paket vom Nachbarn annehmen, damit wenigstens der denkt, dass ich eloquent und weltoffen bin. Dann hat sich das wenigstens gelohnt. 

 

Oder ich schreibe einen schönen Anwendertest. Resultat: Guter Wein, denn ich bin voll.

Kann ich das dann eigentlich von der Steuer absetzen?