DOCH NICHT FUNDSTÜCK DER WOCHE – BLOOMON

Zuerst dachte ich, ich hätte mal wieder ein richtig geniales Fundstück der Woche gehabt. Denn gestern bin ich mal wieder auf Facebook unterwegs gewesen und habe recherchiert. Also zumindest wollte ich über ein bestimmtes Produkt recherchieren, mit dem ich in Zukunft zu tun haben werde, aber nach so zehn Minuten wollte ich auch recherchieren, ob die Karina*, mit der ich zusammen Abi gemacht habe, eigentlich noch mit ihrem Typen zusammen ist (Nein, ist sie nicht - sie hat mittlerweile einen neuen Freund, der bald ihr Mann sein wird). Ihr wisst ja, wie das ist…

 

 

Und während ich also im Newsfeed unterwegs bin, fällt mir die äußerst ansprechende Werbeanzeige von Bloomon auf. Weil wenn es um Blumen geht, bin ich ein absolutes Mädchen. Meistens trete ich etwa so grazil auf, wie die Mutter von den Flodders und habe immer ein Problem, wenn andere Frauen über Klamotten quatschen, weil ich dann thematisch total überfordert bin – aber hübsche Blümchen müssen bei mir immer sein. 

 

*Name von der Reaktion geändert

 


 

Da kam Bloomon also wie gerufen. Denn ich bin ja diese äußerst attraktive Zielgruppe der DINKS (Double Income, No Kids) und mein Freund und ich sind schuldig im Sinne der Anklage – wir machen doch schon ziemlich viel Geld für Quatsch locker. Und so dachte ich mir, dass ein schöner Strauß sich wirklich gut in unserer Wohnung machen würde.

 

Ich selbst habe nämlich aufgegeben, ansprechende Blumen für die Wohnung zu besorgen. Denn der einzige Blumenladen in meiner Nachbarschaft hat eine Besitzerin, die einen einfach gleichzeitig sehr betroffen und wütend macht. Denn sie ist so mürrisch und unfreundlich, dass man ihr die Blumen gleich ins Gesicht klatschen möchte. Sie wird besonders zickig, wenn man ihrer Meinung nach Blumen zusammenstellt, die gar nicht zusammen gehen. Dann rollt sie auch mal mit den Augen. (Ich finde das andererseits befreiend und bin neidisch. Ich stelle mir dann immer vor, wie toll es wäre, wenn ich auch mal äußerlich mit den Augen rollen könnte, wenn ein Kund eine unqualifizierte Anmerkung macht). Trotzdem schafft sie es dabei, eine solche Lethargie und Lustlosigkeit zu versprühen, dass sie einen gleich total mit runterzieht. Zuerst dachte ich, sie wäre nur ein bisschen eigen – bis ich gemerkt habe, dass sie einfach böse ist. Die Frau zieht nicht mal einen Mundwinkel hoch, wenn ich versuche, die Lethargie in diesem Laden mit einem Witz zu vertreiben. Und das ist der Grund, weswegen ich keine schönen Blumen mehr habe, sondern die vom Aldi mitnehme. 

 

Quelle: Bloomon.de

 

Das hätte sich mit Bloomon ändern können. Denn ich komme auf die Startseite (auf dem Desktop wohlgemerkt) und bin erstmal baff. Dass da nicht schon viel mehr Menschen drauf gekommen sind! Der Teaser sieht zunächst statisch aus – einfach ein Wohnzimmer, mit einen Tisch, auf dem Blumen von Bloomon stehen. Doch dann der Überraschungseffekt: Es ist ein Video und nach ein paar Sekunden fangen plötzlich Menschen an, im Wohnzimmer umherzugehen. Das fand ich persönlich grandios. Auch der Rest der Seite überzeugte. Schönes Design, viele Zusatzinformationen und die Macher hinter der Seite wurden auch vorgestellt. Hier sieht man wieder: Da ist ganz viel Liebe im Spiel. Außerdem gibt's noch Tipps und Tricks, damit die Blumen lange halten. Da freut sich also auch der Content-Marketer.

 

 

Das wollte ich natürlich auch ganz einfach honorieren, indem ich eins der Blumen-Abos bestellen wollte, mit dem man entweder wöchentlich, vierzehntägig oder monatlich Blumen geliefert bekommt. Erstes Hindernis: Der Bestellen Button. Ich habe ihn nicht gefunden. Das liegt daran, dass er wunderschön im Design ist, sich aber so gut einfügt, dass man ihn nicht auf Anhieb findet. Hier der erste Minuspunkt, aber der hat mich nicht abgehalten. 

 

 

Was mich dann aber abgehalten hat, ist ein ganz dämlicher Fehler, der Bloomon aber wahrscheinlich eine nicht unsignifikante Anzahl an Abbrüchen beschert. Preistransparenz ist nämlich gleich null. Ich schließe ein Abo ab zum Preis von 27,95 Euro für den mittelgroßen Strauß. Ja, wie? Jetzt pro Strauß oder pro Monat oder wie? Weil wenn ich 27,95 Euro im Monat für zwei Sträuße zahle, finde ich das vollkommen okay. Aber wenn ein Strauß alleine 27,95 Euro kostet, finde ich das frech. Ich wollte also erfahren, ob das der Monats- oder der Stückpreis ist. Und was ist? Eine Millionen andere Informationen – nur nicht die, wie viel der Spaß eigentlich kostet.

 

Bloomon ist wieder ein typisches Beispiel für hervorragendes Design, bei dem jedoch die Nutzerfreundlichkeit links liegen gelassen wurde. Und das ist immer ärgerlich. Denn euer Shop kann noch so toll aussehen – wenn dem Kunden eine wichtige Information fehlt, bricht er den Kauf ab. Also Augen auf im Nutzerfreundlichkeitsstraßenverkehr, liebes Bloomon-Team. Denn ich wünsche euch, dass das mit euch was wird.

 

Da ich immer noch Angst vor der Blumenfrau habe, habe ich übrigens blind ein Abo abgeschlossen. So gut finde ich euch, liebes Bloomon-Team, dass ich vielleicht 60 Euro für zwei Sträuße ausgegeben habe. (Sollte das allerdings der Fall sein, versuche ich mich doch wieder mit der Blumenhexe gut zu stellen.)