Internet 1:0 McDONALDS

Ich gestern so: Seufz. Kurz vom Bildschirm weggesehen, dann wieder hingesehen. Nein, es ist immer noch da. Nochmal weggesehen. Nochmal hingesehen. Mist. Immer noch da. Ich hatte das also nicht geträumt und das war wirklich passiert. Einer der größten und mächtigsten Konzerne der Welt hat sich mit einer Online-Kampagne in die Nesseln gesetzt. Aaaaaah. So geht das doch nicht. So. Geht. Das. Nicht.

 

Echt. Nicht.

 

Auch große Konzerne haben das Netz nicht immer verstanden

Liebes McDonald’s-Team – ihr habt doch Geld. Astronomisch viel Geld. Wieso macht ihr dann so einen Quatsch? McDonald’s hat es gestern wieder geschafft, zu sehr an die Menschheit zu glauben und zu vergessen, dass das Internet in den meisten Fällen durch und durch böse ist.

 

Was ist also genau passiert? McDonald’s Neuseeland meinte es gut mit den Kunden und deswegen gab McDonald’s ihnen die Möglichkeit, Burger selbst zu kreieren. So weit, so gut. Ist ja eigentlich eine sehr nette Idee und wahrscheinlich hat der Pommes-Konzern einer überkandidelten Marketingagentur ziemlich viele Dollar in den Hintern geblasen, weil die das ja anscheinend können. Sonst würden die nicht so viel Geld verlangen.

Tja. Wer auch immer die Agentur dahinter ist, scheint das Internet nicht verstanden zu haben. Denn die Burger konnten kreiert werden, ohne vorher eine Freigabeprozedur durchlaufen zu müssen. Und das war der Fehler. Ähm Tschuldigung – hat denn hier niemand gelernt, was passiert, wenn man das Internet auf sowas los lässt?

 

TayTweets, der intelligente Chat-Bot von Microsoft, der am Ende nur eines Tages von einer freundlichen jungen Dame von den Usern durch unangebrachte Kommentare zu einer rassistisch-sexistischen ollen Hexe verwandelt wurde? Boaty McBoatface, das britische Forschungsschiff, das doch nicht so heißen darf, weil die Organisatoren Spaßbremsen sind und sich vorher nicht denken konnten, dass so ein Name dabei rauskommt, wenn es keine Freigabeprozedur gibt? 

 

ToTE KINDER, NAZIS, ISLAMFEINDLICHKEIT - Die KamPAgNe ging leider nach hinten los

 

Eine ähnliche Konsequenz gab es auch für McDonald‘s: Die Startseite explodierte vor lauter Burger der Unmöglichkeit. Erst erschienen da noch grenzwertig witzige Burger wie „Rektal Prolapse“ – ein Burger mit sehr viel Weichkäse, der am nächsten Morgen wahrscheinlich nicht so viel Spaß macht und „The Sad European“ – ein Burger, der aus zwei Buns und einer Scheibe Käse besteht. Aber dann tauchten mehr und mehr Burger auf, die geschmacklos und definitiv nicht für die öffentliche Zurschaustellung geeignet sind. „Toddler Body Bag“, „The Aryan“ und „Pound my Back, Daddy“ gehen beispielsweise über alle Geschmackgrenzen hinaus und beherrschten schon bald die Startseite der Kampagnenseite, sodass die Startseite bald aus einem Best Of "Dinge, die man besser nicht sagt" bestand. Gerne würde ich euch ja an dem Spaß teilhaben lassen, aber leider musste McDonald’s die Seite aus dem Netz nehmen.

 

Das zeigt also wieder, dass solche Kampagnen immer Prüfprozesse haben sollten. Ja, das ist mehr Aufwand und ja, das erhöht die Kosten – aber es ist immer noch besser, als die Kampagne – so wie McDonald’s Neuseeland – nach einem Tag abbrechen zu müssen. Nochmal so zum Mitschreiben: Das Internet ist böse und das sollte zu jeder Zeit beachtet werden. Wenn dieser Aspekt beachtet wird, dann klappt’s auch mit den Online-Kampagnen. Gerne sonst vor der nächsten Kampagne mich nochmal fragen und ich schicke kommentarlos die Kritiken dieser Kampagne zurück.