Fundstück der Woche: Snapchat-Filter

Ja, ich weiß. Ich bin ein bisschen spät dran. Snapchat-Filter sind jetzt nicht gerade der neue heiße Scheiß. Aber ich möchte sagen, dass ich mit meinem alten - vielleicht schon ein wenig in die Jahre gekommenen Handy - zu den Snapchat-Verlieren gehörte, da mein Handy die Filter nicht abbilden konnte. Nachdem es immer schwieriger wurde, mit meinem Handy neue Funktionen zu testen, musste ich dann wohl oder übel aufrüsten. Ich hatte mich lange gewehrt, irgendwann kam aber doch die Einsicht, dass es sich mit einem Steinzeit-Handy nicht gut digitales Marketing betreiben lässt. 

 

Seitdem ich jetzt im Besitz eines goldenen iPhones bin (die hatten das nur noch in der Farbe - ich hab ein 5er und kein 6er gekauft, für ein 6er fühle ich mich noch nicht reich genug), kann ich auch die Filter von Snapchat ausprobieren. Und siehe da - endlich der Durchbruch! Ich habe Snapchat verstanden! Diese Filter sind einfach göttlich. Es macht absolut und überhaupt keinen Sinn, diese Bilder hin und her zu schicken - aber Gott macht das Spaß! Der Sinn von Snapchat ist also wahrscheinlich, dass es keinen Sinn macht. 


Süchtig macht eigentlich die Tatsache, dass sich die Filter jeden Tag ändern und immer wieder etwas total Lustiges dabei ist (einige sind auch Schrott). Den Hund kennt ja mittlerweile jeder - aber ich persönlich favorisiere ja den Filter, der auch modisch Untalentierte wie mich sofort in Cara Delevingne verwandelt. Tatsächlich überlege ich, mir einen Lippenstift in der Farbe zuzulegen. Steht mir echt ganz gut, wie ich finde.


Außerdem habe ich jetzt meinen Freund dazu gezwungen, auch Snapchat zu benutzen. Seitdem wir beide uns den ganzen Tag dumme Bilder und Videos hin und her schicken, bin ich voll der Junkie geworden. Ich warte nur darauf, dass mein Freund irgendwas Dummes schickt, damit ich was NOCH DÜMMERES zurückschicken kann. Man könnte jetzt argumentieren, dass meine Snapchatterei die Krebsforschung zurückwirft (mein Freund promoviert in irgendwas mit Mikroskopen und Pipetten) - aber machen wir uns nichts vor: Wenn es nicht Snapchat ist, ist es Pokémon GO. Außerdem kann es ja sein, dass ich als Muse fungiere und somit die Krebsforschung nicht zurückwerfe, sondern explizit nach vorne treibe. Naja, oder auch nicht. 

 

Ich habe mittlerweile auch rausgefunden, dass Menschen mit den Filtern gut manipuliert werden können. Wenn ich meinen Freund mit dem Mausfilter frage, ob er heute Abend noch die Altkleider wegfahren  kann, sagt der einfach "Ja" ohne zu moppern. Das bringt mich auf die Idee, meinen Kunden nur noch mit dem Mausfilter Angebote zukommen zu lassen. "Mein Stundensatz beträgt 4.300 Euro" - "Okay, aber nur, weil Sie eine witzige Maus sind".


Darüber hinaus gibt es ja auch noch echt viele Mädchenfilter. Ich selbst bin ja eher ein Fan davon, doof auf Fotos auszusehen. Denn ihr habt es vielleicht schon gemerkt - sobald jemand eine Kamera auf mein Gesicht hält, macht mein Gesicht nur noch Quatsch. Ich gehöre halt nicht zu diesen Mädels, die auf jedem Foto aussehen wie aus der Zahnpastawerbung entsprungen. Ich bin eher so der Typ Robin Scherbatsky vs. ihr Ausweisfoto. Fotos von mir sind halt meistens nicht süß, sondern eher "Braucht die verwirrte Frau vielleicht Hilfe?" Doch dank Snapchat kann selbst ich jetzt nett und süß aussehen. Irgendwie machen die Filter nämlich auch die Haut ganz schön und die Augen manchmal ein bisschen größer. Plötzlich sind Fotos von mir dann doch nicht mehr so doof.


Es gibt da so einen Filter, der die Haut unglaublich gut aussehen lässt. Man sieht aus wie eine Puppe. Damit ihr den direkten Vergleich habt, habe ich auch nochmal ein Foto von mir gemacht, wie ich wirklich aussehe. Süß, ne? Das daneben ist übrigens mein Opa mit Hundefilter. Das hat zwar nix mit dem Thema zu tun, aber ich wollte euch das mal zeigen. Hier schaut er gerade in die Kamera und fragt sich, von welchem Dämonen dieses Handy besessen ist.