Die Woche In GIFs

Diese Woche bin ich genau seit einem halben Jahr selbstständig. Seitdem hat sich viel getan. Ich habe mich gut eingelebt und würde sagen, dass ich relativ schnell relativ gute Erfolge vorweisen konnte (worüber ich sehr, sehr dankbar bin). Wahrscheinlich stellt ihr euch meinen Alltag so vor, dass ich den ganzen Tag nur auf Facebook rumhänge und irgendwelche witzigen GIFs ansehe. Tatsächlich macht das einen Part meines beruflichen Alltags aus - allerdings passiert auch sehr viel hinter den Kulissen. Denn ich mache ja nicht nur Social Media-Management, sondern mache auch ganz klassisches Online-Marketing und ein bisschen IT-Projektmanagement. Hättet ihr nicht gedacht, wa?

 

Samstag

Hier ist nämlich schon der erste Knackpunkt. Selbstständig heißt selbst und ständig. Ein Projekt ist noch nicht ganz fertig geworden und deswegen muss ich heute ran. Zwar nur so ein, zwei Stündchen - aber trotzdem doof. Voll früh und generell so eher meh. Nächste Woche habe ich da nämlich keine zeit für. Da startet ein großes Projekt.

 

 

Aus ein, zwei Stündchen werden vier. Computer macht nur Mist. Und dahin ist er, der Samstag.

 

 

Sonntag

Yeah! Heute ist frei!

 

 

 

 

Nevermind. Kunde taucht aus der Versenkung auf, von dem ich vor hundert Jahren Feedback angefragt habe. Das kommt ausgerechnet heute. Könnte ich auch morgen machen, dann muss ich aber morgen länger arbeiten. Also na gut. Dann mach ich das halt jetzt. 

 

 

Montag

8 Uhr. Okay. Start des Projekts. Ich bin ganz aufgeregt. Heute werden wir viele Sachen in Angriff nehmen und so richtig durchstarten. Das wird mega! Der Programmierer, der Designer und ich warten auf den Kunden. Mein Projekttool ist auf und wartet darauf, befüllt zu werden. Die Anforderungen kommen jede Minute!

 

 

10 Uhr. Wirklich, also jetzt praktisch sofort.

 

 

 

14 Uhr. Es wird bestimmt jetzt gleich passieren.

 

 

17 Uhr. Ganz bestimmt.

 

 

19 Uhr. Anforderungen sind da. Näh. Also jetzt fange ich auch nicht mehr an. 

 

 

Dienstag

Der Programmierer sagt, die Anforderungen sind für die Tonne. Das muss der Kunde nochmal machen. 

 

 

Ich habe mir die ganze Woche für dieses Projekt freigehalten. Dementsprechend bin ich jetzt ein wenig überfordert. Ich habe freie Zeit. Das hatte ich schon was länger nicht. Und jetzt?

 

 

Ach, Instagram ist doch mit Instagram-Stories heute am Start. Das probier ich mal aus! Let me take a selfie! Das sollte ich auch mal üben, weil meine Selfies sind per se nur scheiße. Denk wie eine 14-Jährige, Samira. Was würde eine 14-Jährige tun?

 

 

Anforderungen sind da und tatsächlich zu gebrauchen. Mist, ich hatte das mit den Selfies gerade raus! Will jetzt nicht Projekt machen, will Selfies machen. Doofes Projekt (habe mich zu gut in 14-Jährige reinversetzt).

 

 

Mittwoch

So, bis jetzt läuft alles und wir haben das Schludern des Kunden aufarbeiten können. Ich bin motiviert. Das wird super. Tolles Projekt.

 

 

Bis jetzt hieß es "Wir zusammen gegen den Kunden". Jetzt gibt es erste Spannungen zwischen mir (in der Rolle von Projektmanagement und Usability-Konzeption) und dem Designer. Das ganze Design ist total überladen. 

 

 

"Hey, wie wär's, wenn wir hier ein bisschen was rausnehmen und da die Farbe ein bisschen runtersetzen und ein Call to Action wäre auch nicht schlecht". Das ist, was ich sage. Und das ist, was ich dabei denke:

 

 

War wohl doch nicht so diplomatisch. Designer sind Künstler, das darf man nie vergessen. Jetzt haben wir den Salat. Der Designer ist eingeschnappt.

 

 

Donnerstag

Wir haben eine Nacht drüber geschlafen und ich setze auf Diplomatie, indem ich Interesse über Designthemen heuchle und mich beim Designer anbieder. Design ist voll toll. Kannst du das trotzdem wegnehmen? Dankeeee.

 

 

Dem Programmierer ist übrigens alles egal. Voll gut, wenn die sich an die Köppe kriegen. Muss der nicht arbeiten.

 

 

Der Designer überlegt und lässt sich dazu herab, mir zu verzeihen

 

 

Aufgrund des kleinen Debakels sind wir nicht mehr Zeitplan und ich schreibe Anforderungen und Dokumente im Akkord. 

 

 

Freitag

Design, Check. Code, Check. Usability, Check.

 

 

Anfangen mit Testen. 

 

 

Hier ist so absolut gar nix Check.

 

 

Ich so. Noch ein Fehler und noch ein Fehler und noch ein Fehler und noch ein Fehler

 

 

Programmierer so, ich finde den Fehler nicht, ich finde ihn einfach nicht!

 

 

Designer so. Zurück, Ladies. Ich mach das.

 

 

Designer hat den Fehler gefunden. Alles sieht sauber aus. Puh! Erstmal kurz ausruhen.